UNESCO Biosphärenpark

UNESCO Biosphärenparks (im internationalen Sprachgebrauch als Biosphärenreservate, in Österreich als Biosphärenpark bezeichnet), sind Großschutzgebiete, die weltweit bedeutende Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren. Sie sind Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum und kennzeichnen besonders wertvolle Lebensräume aufgrund ihrer naturräumlichen Gegebenheiten und der regionalen Bevölkerung. Biosphärenparks führen den Beinamen „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“ und haben damit die Aufgabe, innovative Ansätze einer nachhaltigen Entwicklung beispielhaft zu testen und praktisch umzusetzen. Sie sichern Lebensräume und ihre Funktionsfähigkeit als Lebensgrundlage für heutige und zukünftige Generationen und zielen auf ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Natur ab.

Anders als in einem Nationalpark gibt es in einem Biosphärenpark nicht nur weitgehend unberührte Natur, sondern auch bewohnte und bewirtschaftete Gebiete. Das Biosphärenparkmanagement unterstützt die Bevölkerung bei der Einführung modellhafter nachhaltiger Lebens- und Wirtschaftsformen.

In einem Biosphärenpark steht der Mensch im Mittelpunkt, der im Einklang mit der Natur lebt, arbeitet und wirtschaftet.

Die Philosophie

Erhalten

Ein UNESCO Biosphärenpark fördert die Erhaltung der Landschaft und der natürlichen und kulturellen Vielfalt.

Entwickeln

Ein UNESCO Biosphärenpark unterstützte eine nachhaltige Entwicklung der Region als zukunftsfähiger Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum.

Partizipieren

Ein UNESCO Biosphärenpark erhält, entwickelt und gestaltet den Lebensraum gemeinsam mit der Bevölkerung.

Die UNESCO und das MAB Programm

Hinter dem Konzept des steht das Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) das von der UNESCO im Jahr 1970, ausgehend von der Biosphärenparkkonferenz in Paris 1968, als Wissenschaftsprogramm zur Nutzung und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage ins Leben gerufen wurde. Mit der zweiten Biosphärenparkkonferenz 1995 in Sevilla wurde mit der Erkenntnis, dass der Schutz der biologischen Vielfalt nicht isoliert von den Bedürfnissen der Menschen gesehen werden darf, ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Biosphärenparkkonzepts gesetzt. Schutz und Nutzung der Natur sind nicht nebeneinander, sondern als fortlaufender Prozess zu sehen, in dessen Zentrum der Ausgleich zwischen Naturerhaltung (auch für zukünftige Generationen) und der Wahrung der Interessen und Lebensansprüche der regionalen Bevölkerung steht. Der Mensch soll dabei „als integraler Bestandteil in Biosphärenreservaten leben und wirtschaften mit dem Ziel, seine natürliche Umwelt langfristig zu erhalten“ (LANGE 2005, 23).

Zonierung

Ein Biosphärenpark ist in drei verschiedene Zonen gegliedert. In die Zonierungsplanung sind Grundeigentümern, Interessensvertretungen und NGOs eingebunden.

  • Die Kernzone (mind. 5% der Gesamtfläche), die dem Erhalt naturnaher Lebensräume und der Erforschung dynamischer Prozesse innerhalb natürlicher Ökosysteme dient. Diese Gebiete sind dauerhaft als strenge Schutzgebiete zu sichern. Die Nutzung dieser Zone ist in gesetzlich verankerten Schutzkategorien reglementiert (Nationalpark, Natura 2000, Naturschutzgebiete).
  • Die Pufferzone/Pflegezone (mind. 20% der Gesamtfläche), in der ökologisch nachhaltige Aktivitäten und Nutzungsformen wie Viehzucht, Landwirtschaft, Holznutzung, Tourismus, Umweltbildung, erlaubt sind. Hier liegt ein hohes Potenzial für Erzeugung und Vermarktung umweltfreundlicher Produkte.
  • Die Entwicklungszone: Sie ist Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung, Gebiet nachhaltiger Wirtschaftsformen und schließt auch Siedlungsgebiete mit ein. Durch innovative Projekte soll hier die ökologische und sozioökonomische Regionalentwicklung gefördert und auf die gesamte Region übertragen werden.

Aktuell gibt es 669 Biosphärenparks in 120 Ländern weltweit, davon befinden sich drei in Österreich.

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